Weihnachtskolumne 2015 – Der Sinn am Unsinn … das sinnlos erscheinende macht erst am Ende einen Sinn.

Gleich zu Beginn dieser Kolumne stellt sich mir die Frage: „Macht es überhaupt einen Sinn über Sinn und Unsinn zu „kolumnieren“ oder ist das im Grunde völliger Unsinn. Nun hat sich mein Gehirn gerade einmal im Kreis gedreht und schon stehe ich wieder da, wo diese Kolumne begonnen hat.

Nun, ich habe trotzdem beschlossen mich auf dieses Thema einzulassen und einen genüsslichen Text daraus zu zaubern. Beginnen möchte nun mit einem Zitat, das jenen die meine Internetseite bis ins kleinste Eckchen durchforstet haben bekannt vorkommen dürfte. Hier ist es nun und bildet die Einleitung in dieses sinnreiche Thema:

Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt die Menschheit seit je her. Eine allgemeingültige Antwort hierzu gibt es nicht. Was ist der Sinn des Lebens? Es gibt Ihn wohl so generell gar nicht, vielmehr entsteht er durch unser Tun und unser Handeln, ja durch unser Sein an sich. Der Sinn ist somit nicht bereits vor uns da, er entsteht erst durch unser Sein. Und so sind wir schlussendlich der Sinn selbst, personifiziert, handelnd, denkend. Wir sind demnach auf dem Holzweg, wenn wir den Sinn des Lebens suchen, denn er selbst hat uns bereits gefunden und wohnt uns inne. Sind wir ja in jedem Augenblick gerade dabei ihn selbst zu erschaffen, quasi durch uns selbst. Wir sind der Sinn und der Sinn sind wir, alles ist der Sinn.“ Oder aber der Unsinn, das gilt es nun zu klären.

Im Zitat geht es im Grunde mehr um den Lebenssinn, als um den Sinn oder Unsinn einer Sache an sich. Trotzdem trägt es die scheinbar nicht sichtbare Antwort in sich. Der Sinn entsteht also durch mich selbst und dann bin ich demnach von seiner Existenz und von seiner inhaltlichen Qualität überzeugt, deshalb sage ich ja auch: „Das macht für mich Sinn!“

Wenn etwas nicht in mein persönliches Sinnbild (aha, mein Sinnbild ist also anders, als das anderer Menschen) passt dann sage ich eher: „Das macht für mich keinen Sinn!“ Da bin ich dann noch gut gelaunt und bringe zum Ausdruck, dass etwas für mich nicht mit meinem Sinnbild übereinstimmt, ich die Sache an sich aber tolerieren und akzeptieren kann.

Nun gehen wir mal einen Schritt weiter. Was passiert, wenn ich sage „Das ist für mich völliger Unsinn!“ Hier spreche ich der Sache an sich schon gleich mal die Möglichkeit ab, überhaupt einen Sinn zu haben. Sehr gewagt, denn woher will ich denn wissen ob es nicht irgendwo in der Welt jemanden gibt, der auch der letzten Schandtat noch einen Sinn beimessen kann. Besser wäre es natürlich nach dem Sinn zu fragen bevor ich ein Urteil fälle. Wie gesagt es entscheidet sich alles darin, dass jeder sein persönliches Sinnbild hat und somit könnte nun jedem Unsinn auch ein Sinn zugeordnet werden. Folglich könnte jeder Sinn ein Unsinn und jeder Unsinn ein Sinn sein, mmmhhh ich habe das Gefühl mein Gehirn hat sich schon wieder einmal im Kreis gedreht und ich befinde mich wieder auf Zeile 4 der Kolumne.

Nun Frage ich mich wie kann ich denn eine allgemeingültige Antwort darauf finden, ob etwas einen Sinn macht oder nicht. Meine Antwort lautet, das unmögliche möglich machen zu wollen macht keinen Sinn, es wäre aus meiner Sicht völliger Unsinn. Es gibt keine allgemeingültige Aussage bezüglich des Sinns oder Unsinns einer Sache, denn ich selbst entscheide ja nur was für mich einen Sinn macht und was nicht. Ich kann mich dabei auf niemanden anders verlassen oder berufen, denn nichts ist so individuell wie ich selbst und damit ist es auch mein Sinnverständnis. Die Beurteilung einer Sache hinsichtlich der Sinnhaftigkeit hängt also in hohem Maße von meiner Toleranz ab. Diese wiederum ist eng verwoben mit allem was mich umgibt und prägt, mit meinem Verständnis anderer Menschen, Meinungen und Ansichten. Wäre ich also unendlich tolerant, gäbe s für mich auch nur den Sinn und nicht den Unsinn.

Was wir nun daraus lernen ist einfach und doch schwierig. Es gibt den Unsinn nicht wirklich, es gibt nur den Menschen der ihn als selbigen betrachtet, er existiert quasi nur im menschlichen Denken. Er hat keine wirkliche Seinsebene, während der Sinn, mit maximaler Toleranz betrachtet, im Grunde genommen einem Naturgesetz gleicht. Je nach betrachtendem menschlichen Individuum kann allem ein Sinn beigemessen werden, aber es wird Dinge geben bei denen es unmöglich sein dürfte ihnen einen Unsinn beizumessen, daran rührt kein Zweifel.

Es ist unsere ganz persönliche Freiheit über den Sinn einer Sache zu entscheiden, diese Freiheit ist unantastbar, denn sie wohnt uns inne so wie der Sinn uns innewohnt. Sie wird ähnlich dem Sinn durch uns selbst erschaffen. Wir selbst sind der Sinn und die Freiheit, jeder für sich selbst. Das macht uns so einzigartig und verschieden und ich bin dankbar dafür, dass unsere Welt so bunt ist, wie wir sie heute erleben.

Diese innere uneingeschränkte Freiheit der Entscheidung hinsichtlich des Sinnes einer Sache, birgt auch immer eine Gefahr mit der wir zwangsläufig leben müssen. Es wird immer wieder Menschen geben, die dem durch sie herbeigeführten Elend anderer Menschen einen Sinn beimessen können. Das ist der Preis den diese Freiheit erhebt und trotzdem ist sie unser wertvollstes Gut. Was jeder einzelne tun kann, um sie zu bewahren ist sein Sinnbild in die Welt hinaustragen und mehr Gleichgesinnte zu finden als jene, deren Sinnbilder er selbst als Unsinnsbild bezeichnet. Am Ende erkennst Du den Sinn drin, dass das Gute am Sinn nicht selbstverständlich ist und es noch immer gilt dieses Gute zu wahren und zu schützen und dafür einzustehen.

Nun bleibt mir nur noch Euch allen eine beSINNliche Weihnacht und einen guten Start in ein SINNvoll erfülltes Jahr 2016 zu wünschen. Ich wünsche Euch ein Höchstmaß an persönlicher , innerer Freiheit und ein gutes Gespür, diese SINNvoll einzusetzen.

Schließen möchte ich in diesem Jahr mit den Worten von Václav Havel:

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

Raik im Dezember 2015

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